Die ewigen Gelübde von Nonnen und MönchenWas man als vollwertiges Klostermitglied versprechen muss
Beständigkeit, klösterlicher Lebenswandel und Gehorsam sind die drei ewigen Gelübde, die man als Mönch oder Nonne ablegt. Aber was versteht man darunter?
„Drum prüfe, wer sich ewig bindet.“ Dieses Zitat aus Schillers „Glocke“ ist nicht nur bei Hochzeiten sehr beliebt, sondern trifft auch auf Menschen zu, die Teil einer klösterlichen Gemeinschaft werden möchten. Der Weg, den man gehen muss, um eine vollwertige Nonne beziehungsweise ein Mönch zu werden, ist beschwerlich und dauert zudem auch noch in der Regel fünfeinhalb Jahre. Sind aber erst einmal Postulat, Noviziat und die zeitliche Profess überstanden und der Wunsch nach einem Klosterleben nach wie vor präsent, folgt die sogenannte ewige Profess, mit der man für den Rest seines Lebens in eine Ordensgemeinschaft aufgenommen wird. Der wesentliche Teil dieser vollkommenen Aufnahme ist das öffentliche Ablegen der drei ewigen Gelübde. Doch wie sehen diese eigentlich genau aus? Stabilitas: BeständigkeitMit dem Schwur der stabilitas, also der Beständigkeit, verpflichtet man sich generell für ein dauerhaftes Leben in dem Orden. Diese Beständigkeit ist wohl das wichtigste Gelübde, verspricht man doch so, sein Dasein ganz Gott zu weihen. Für Benediktiner und Zisterzienser hat dieser Schwur allerdings noch weitere Konsequenzen, immerhin verpflichten sich die Nonnen und Mönchen dieser Orden zugleich dazu, hauptsächlich in nur einem einzigen Kloster tätig zu sein. Bei ihnen kommt also auch eine strenge Ortsgebundenheit hinzu, die von vielen Äbten als Fels in der Brandung für unsere immer mobiler und unruhiger werdenden Zeit verstanden wird: Wohin es die Menschen außerhalb der klösterlichen Mauern auch treiben mag, was immer auch in der weiten Welt geschieht – das Leben in der Gemeinschaft hat Bestand. Das mag sich jetzt vielleicht beengt und veraltet anhören, aber durch die kontinuierliche geografische Verortung haben Mönche und Nonnen den Freiraum, ihr Innerstes in Bewegung zu setzen und auf spirituelle Reisen zu gehen. Conversatio morum: klösterlicher LebenswandelDas Gelübde conversatio morum umfasst ein Leben in Keuschheit und Gütergemeinschaft, wobei sich die Prinzipien der Keuschheit mit denen des priesterlichen Zölibats vergleichen lassen: Sobald man sich dazu entschließt, Mönch oder Nonne zu werden, ist Sex ein absolutes Tabu. Doch kaum ein Ordensmitglied legt heutzutage die ewige Profess als Jungfrau ab, denn schließlich gab es für alle ja ein Leben vor dem Kloster, in dem viele für lange Zeit in einer Partnerschaft lebten. Schwieriger wird es mit dem Schwur des klösterlichen Lebenswandels da schon bei der Gütergemeinschaft. Ein Kloster versorgt sich weitestgehend selbst. Alle anstehenden Arbeiten werden also von Ordensmitgliedern bewältigt. Sämtliche erwirtschafteten Finanzen fließen dementsprechend wieder in die Gemeinschaft zurück. Man bekommt kein Gehalt, muss aber auch nichts bezahlen – man teilt mit allen anderen aus dem Orden. Vor allem Menschen, die sich erst in späten Lebensjahren dazu entschließen, ins Kloster zu gehen, fällt dieses Gelöbnis schwer, geben sie doch einen großen Teil ihrer Selbstständigkeit auf. Wenn man einmal Geld benötigt, um sich zum Beispiel neue Schuhe zu kaufen, muss man den Cellerar, den Verwalter des Klosters, darum bitten. Für viele ist solch ein Bittgang gleichzeitig eine Demutsübung. Oboedientia: GehorsamMan muss unter dem Begriff Gehorsam nicht unbedingt verstehen, dass Mönche und Nonnen ohne Widerworte den Anweisungen vom Abt oder von der Äbtissin folgen müssen, denn oboedientia ist eher im Sinne von „zuhören“ oder „horchen „gemeint. Man soll also aufmerksam sein und selbst erkennen, wo gerade Hilfe gebraucht wird oder wo man Gutes tun kann. Zugleich bedeutet der Gehorsam aber auch, auf sich selbst und die Gemeinschaft zu horchen. Ein kontroverser Dialog ist da durchaus gewünscht, nur soll man sich selbst eben nicht als den Mittelpunkt der Welt sehen. Außerdem gehört zu dem Gehorsam auch, dass man sich an die Regeln des Ordens, wie zum Beispiel denen des Benedikts, hält.
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